WAZ vom 01.10.2007

Wohnzimmer-Krimi

Premiere von Agatha Christies "Die Mausefalle" im Kleinen Theater am Gänsemarkt

Das Kleine Theater erinnerte am Freitagabend ein wenig an ein schönes britische Wohnzimmer. Mit Plüschsofa auf der Bühne, Kronleuchtern an der Decke und goldenen Bilderrahmen an den Wänden. Gut beheizt war`s auch - und gut besetzt. Die passenden Stimmung also für einen Krimi von Agatha Christie. "Die Mausefalle" feierte am Wochenende Premiere.

 

Ein Mord im fernen London beschäftigt die Gäste im Hotel Monkswell Manor. Was zunächst weit entfernt scheint, rückt immer näher an die eingeschneite und von der Außenwelt abgeschnittene Pension heran. Und dann geschieht ein zweiter Mord, diesmal im Hotel. Mrs. Boyle ist das Opfer, Verdächtige bieten sich haufenweise an. War es der merkwürdige Christopher Wren, der genau in das Täterprofil passt? Oder die leicht zu verunsichernde Hotelinhaberin Mollie Ralston? Oder gar ihr Mann Giles? Und was führt Mr. Paravincini im Schilde, der keinen Hehl daraus macht, dass er einen Hang zum Bösen hat?

 

In vier Akten spitzt sich die Situation immer mehr zu. Bis schließlich jeder jeden im Verdacht hat. Am Ende sitzen alle im einzigen Schauplatz - dem Foyer - versammelt und lassen sich von Sergant Trotter ins Verhör nehmen. Der klärt den Fall dann schließlich auf - jedoch mit einer ganz anderen Wendung, als erwartet.

 

Petra Broszeits Regie beginnt etwas schleppend, schafft dann, nicht zuletzt mit dem glänzenden Mr. Paravincini, die Spannung hoch zu halten. Die britische Atmosphäre wirkt durch Kostüme, Möbel und Tonfall der Darsteller authentisch. Insgesamt ist die Inszenierung zu Dialog-lastig, was Darstellern und Publikum einiges abverlangt. Trotzdem eine gelungene Premiere. Viel Applaus.

 

Von ef